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Mangan – Knochenentwicklung, Antioxidation und Glukosestoffwechsel
Mangan ist ein essenzielles Spurenelement, das als Cofaktor für eine Reihe wichtiger Enzyme fungiert. Es spielt eine zentrale Rolle in der Knochenentwicklung, im antioxidativen Schutz der Mitochondrien und im Kohlenhydratstoffwechsel.
Biochemische Funktionen
| Enzym/Prozess | Funktion |
|---|---|
| Mangan-Superoxiddismutase (Mn-SOD) | Mitochondrialer antioxidativer Schutz – neutralisiert Superoxid in den Mitochondrien |
| Pyruvat-Carboxylase | Gluconeogenese und Fettsäuresynthese; mangangabhängig |
| Arginase | Harnstoffzyklus – Abbau von Ammoniak zu Harnstoff |
| Glukosyltransferasen | Synthese von Proteoglykanen für Knorpel und Bindegewebe |
| Glutamin-Synthetase | Ammoniak-Entgiftung im Gehirn |
Tagesbedarf, Quellen und Bioverfügbarkeit
| Gruppe | Schätzwert |
|---|---|
| Erwachsene Männer | 2,3 mg/Tag |
| Erwachsene Frauen | 1,8 mg/Tag |
| Schwangere | 2,0 mg/Tag |
| Stillende | 2,6 mg/Tag |
Beste Nahrungsquellen
| Lebensmittel | Mangan mg/100g |
|---|---|
| Pekannüsse | 4,5 mg |
| Vollkorn-Weizenmehl | 3,8 mg |
| Weizenkleie | 11,5 mg |
| Haferflocken | 3,6 mg |
| Blaubeeren | 0,6 mg |
| Schwarzer Tee (aufgebrüht) | 0,5 mg/100ml |
| Edamame | 1,0 mg |
Wichtig: Phytate in Vollkornprodukten hemmen gleichzeitig die Manganaufnahme. Tee und Kaffee ebenfalls hemmend durch Polyphenole. Tatsächliche Bioverfügbarkeit liegt meist bei 3–8 %.
Mangan und Knochen
Mangan ist unerlässlich für die Synthese von Glykosaminoglykanen (GAG) – den strukturgebenden Molekülen in Knorpel, Knochen und Bindegewebe. GAGs wie Chondroitin und Heparan bilden das Grundgerüst der Knochenmatrix. Manganmangel beeinträchtigt die Knochenformation und führt bei Tieren zu Skelettdeformitäten.
Neurotoxizität bei Überschuss
Manganism: Chronische Manganüberexposition (industrial exposure, kontaminiertes Wasser) verursacht eine Parkinson-ähnliche Erkrankung mit Tremor, Gangstörungen und Psychose. Normale Nahrungsaufnahme ist unbedenklich. Bei Supplements: Obere tolerierbare Grenze = 11 mg/Tag (EFSA). Personen mit Lebererkrankungen haben reduzierte Manganausscheidung und erhöhtes Toxizitätsrisiko.
Häufige Fragen (FAQ)
Ist Mangan in normalen Multivitaminpräparaten enthalten?
Ja, die meisten Multivitamin-Supplements enthalten 1–5 mg Mangan. Ein separates Mangan-Supplement ist bei normaler Mischkost kaum nötig.
Zusammenhang Mangan und Diabetes?
Pyruvat-Carboxylase (mangangabhängig) ist wichtig für Gluconeogenese und indirekt Insulinsignalgebung. Einige Studien zeigen niedrigere Manganwerte bei Typ-2-Diabetikern, aber die kausale Beziehung ist noch nicht vollständig geklärt.